RADENTSCHEID
Erlangen

Erlangen, tritt in die Pedale!

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Erlangen, tritt in die Pedale! -

Radentscheid für eine lebenswerte Stadt!

Erlangen braucht den Radentscheid!

Der Radentscheid

Radfahren ist gesund, schont das Klima, bringt Menschen schnell ans Ziel, braucht wenig Platz, verursacht weder Lärm noch Abgase und macht dabei auch noch richtig Spaß! 

Jedes zehnte Fahrrad in Deutschland ist mittlerweile ein eBike. Der technologische Fortschritt ermöglicht es, dass der Kinder- und Warentransport mit dem Rad beliebter wird und Senioren öfter und länger die Vorzüge des Fahrradfahrens nutzen. Dies erfordert allerdings auch eine angepasste Infrastruktur und einen stärkeren Fokus auf die Sicherheit von allen Verkehrsteilnehmern. Ob Wegbreiten oder auf den Radverkehr optimierte Ampelschaltungen – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um die derzeit oftmals als chaotisch wahrgenommenen Verhältnisse anzupassen und Straßenführungen für alle Verkehrsteilnehmer sicher zu gestalten.
Eine lange Tradition geht zu Ende?

Fahrradfahren in Erlangen

Erlangen weist eine flache Topographie und ein kompaktes Stadtgebiet auf. Die Kernstadt, mit vielen wichtigen Anlaufpunkten, und einwohnerstarke Stadtteile liegen in einem 3 km-Radius. Fast die gesamte Einwohnerschaft liegt im 5 km-Radius. Perfekte Fahrdistanzen fürs Fahrrad. Nicht umsonst ist es für viele Erlanger*innen das bevorzugte Verkehrsmittel.

In unserer Stadt werden inzwischen ca. 28% aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das Fahrradfahren hat in Erlangen eine lange Tradition. Im Vergleich zu anderen deutschen Städten wurde früh mit dem Bau von Radverkehrsanlagen begonnen. 

Die konsequente Förderung des Radverkehrs in den 70er und 80er Jahren durch Oberbürgermeister Dietmar Hahlweg (1972 bis 1996) brachte Erlangen den Ruf einer Fahrradstadt ein.

Die baulichen Radwege in Erlangen sind mittlerweile allerdings „in die Jahre“ gekommen und entsprechen zu großen Teilen nicht mehr den erforderlichen Ausbaustandards. Die „historisch“ gewachsene Radverkehrsinfrastruktur genügt den heutigen Anforderungen vielfach einfach nicht mehr und wird dem gestiegenen Radverkehrsanteil sowie neuen Fahrradmodellen nicht gerecht.

Dringender Handlungsbedarf ist notwendig!

Die derzeitige Infrastruktur

Im Jahr 2015 hat die “Planungsgemeinschaft Verkehr Alrutz” im Rahmen einer durchgeführten Bestandserfassung für knapp 53% der betrachteten Abschnittslänge des Radnetzes, sowie für einen Großteil der untersuchten Knotenpunkte, einen Handlungsbedarf festgestellt. Dies hat Folgen für die Verkehrssicherheit. In Relation zum Radverkehrsanteil ereignen sich in Erlangen überdurchschnittlich häufig Radverkehrsunfälle. Im Jahre 2018 sind die Unfallzahlen leider erneut gestiegen.

Um die Sicherheit für den Radverkehr zu erhöhen und die hohe Radnutzung der Erlanger Bevölkerung zu erhalten bzw. weiter zu steigern, muss die Infrastruktur flächenhaft ertüchtigt werden. 

Leider schreitet die Modernisierung und der Ausbau des Radroutennetzes nur sehr langsam voran. Prioritätenlisten werden nur schleppend abgearbeitet. Wichtige Baumaßnahmen werden verschoben, da Radverkehrsplaner in der Verwaltung fehlen oder keine Bauunternehmen gefunden werden, die die Planungen letztendlich umsetzen.

Nach knapp zwei Jahrzehnten Beinahe-Stillstand hat Erlangen seine Vorreiterrolle als Fahrradstadt mittlerweile eingebüßt. Andere Städte in Deutschland sind gleichgezogen oder haben uns sogar überholt. Seit der letzten Wahlperiode sind Fuß- und Radverkehr wieder stärker in den Fokus der Politik gerückt. Wir begrüßen dies zwar sehr, uns reicht das aber nicht aus! Wir vermissen den geeinten politischen Willen, sich für eine kinder- und seniorengerechte Radinfrastruktur und für mehr Sicherheit im Verkehr einzusetzen. Da 2020 Kommunalwahlen anstehen und sich die politischen Kräfteverhältnisse im Stadtrat erneut ändern können, möchten wir mit eurer Hilfe ein Zeichen setzen. Ein Zeichen an Politik und Verwaltung, dass der Erlanger Bevölkerung eine fahrradfreundliche und lebenswerte Stadt am Herzen liegt. Einen erneuten Stillstand können und wollen wir uns nicht mehr leisten!

Jeder ist gefragt!

Ein Appell an Politik und Bürger

Auch möchten wir mit dem Radentscheid ein politisches Signal über die Stadtgrenzen Erlangens hinaus setzen. Das Ziel eines gemeinde- und landkreisübergreifenden Radwegenetzes darf nicht länger vernachlässigt werden. Der Bau von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen muss zügig und systematisch vorangetrieben werden.
Wir appellieren hier an die Landkreise ERH und FO, die Regierung von Mittelfranken in Ansbach, an das staatliche Bauamt Nürnberg, welches die Baulast für die Staatsstraßen im Erlanger Stadtgebiet hat und oft für Verzögerungen sowie eine ungenügende Berücksichtigung des Radverkehrs bei der Umsetzung von Umbauten verantwortlich ist, an die Regierung in München und an Politiker in Berlin, wie Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und unsere Bundestagsabgeordneten Stefan Müller (CSU) und Martina Stamm-Fibich (SPD).

Mit einer konsequenten Förderung des Fuß- und Radverkehrs, sowie einer besseren Verknüpfung mit dem ÖPNV, kann ein wesentlicher Beitrag zur Entlastung der Stadt vom motorisierten Individualverkehr geleistet werden. Durch die Schaffung neuer qualitativ hochwertiger Angebote, können neue Nutzerkreise, vor allem bei den Berufspendlern, aber auch zum Beispiel im Tourismus erschlossen werden. Zukunftsfähige Städte sind fahrrad- und fußgängerfreundlich und können so ihren Beitrag zum Klimaschutz, zu hoher Aufenthalts- und Lebensqualität leisten.

Die Stadt Erlangen muss aus unserer Sicht mehr für die Sicherheit der Fahrradfahrer*innen und für die Förderung des Radverkehrs im Allgemeinen unternehmen. Erlangen soll seinem Ruf als Fahrradstadt wieder gerecht werden!

Das erreichen wir aber nur mit euch zusammen!

Erlangen, tritt in die Pedale!

Was ist der Radentscheid?

Der Radentscheid Erlangen fußt auf der Rechtsgrundlage der Instrumente Bürgerbegehren und Bürgerentscheid für Kommunen in Bayern. Diese bieten im konkreten Fall den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Erlangen die Möglichkeit der direkten Demokratie und somit die Chance selbst für mehr Radverkehrssicherheit und eine bessere Radverkehrsinfrastruktur zu sorgen. Der erfolgreiche Radentscheid Erlangen (Bürgerentscheid) hat die Wirkung eines Stadtratsbeschlusses.

Wir haben Ziele formuliert, für die wir in der ersten Stufe mindestens 5.000 Unterschriften sammeln wollen. Dann werden unsere Ziele im Stadtrat diskutiert. Nach festgestellter Zulässigkeit des Bürgerbegehrens durch den Stadtrat kommt es innerhalb von drei Monaten zum Bürgerentscheid und somit zur Abstimmung über das Bürgerbegehren.

Ziele

Die Ziele des Radentscheids Erlangen

Wir setzen uns für ein sicheres Miteinander im Verkehr, eine Verbesserung der Radinfrastruktur und eine klimaneutrale Mobilität in Erlangen ein. Wir wollen, dass die Wege in unserer Stadt sicherer, komfortabler und selbsterklärend werden, damit Menschen jeden Alters und unabhängig von Geschlecht und Fitness gerne und sicher Rad fahren. Wir wollen gute Wege besonders für die Schwächeren im täglichen Straßenverkehr – Menschen, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind.

Dafür initiieren wir ein Bürgerbegehren mit einigen Zielvorgaben. Jedes Bürgerbegehren muss eine Frage beinhalten. Unsere Frage lautet:

Soll die Stadt Erlangen die folgenden 10 Ziele verkehrspolitisch vorrangig verfolgen und schnellstmöglich umsetzen?

Nachfolgend unsere Zielforderungen im Wortlaut:

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#1

Die Stadt Erlangen verwirklicht bis 2030 ein modernes, durchgängiges Radwegenetz. Dieses muss auch für Fahrräder mit Kinderanhängern sowie Lastenräder ganzjährig nutzbar sein. Es ist bevorzugt baulich getrennt von anderen Verkehrsarten und nicht zu Lasten des Fußverkehrs umzusetzen. Grundlage ist das bereits beschlossene „Plannetz Radverkehr“. Als Zwischenziel sind 40 % davon bis 2024 umzusetzen. Dazu erstellt die Stadt innerhalb eines Jahres nach dem Bürgerentscheid einen Finanz- und Zeitplan für die Umsetzung. Bei der Planung der Stadt-Umland-Bahn (StUB) muss der Radverkehr mit hoher Priorität berücksichtigt werden.

#2
Innerhalb von drei Jahren werden die vorhandenen Fahrradstraßen entsprechend dem vom Stadtrat beschlossenen Leitfaden für Fahrradstraßen umgestaltet. Parallel dazu und zur Verwirklichung eines modernen Radnetzes richtet die Stadt Erlangen weitere Fahrradstraßen gemäß diesem Leitfaden ein, soweit rechtlich zulässig.
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#3
Die Stadt Erlangen richtet im gesamten Stadtgebiet bis zum Jahr 2025 mindestens 8.000 zusätzliche hochwertige Fahrradabstellplätze ein. Bis Ende des Jahres 2020 entstehen die ersten 1.500 neuen Stellplätze. Dabei wird der Platzbedarf von Lastenrädern und Fahrrädern mit Anhängern berücksichtigt. Bei hohem Parkdruck werden Doppelstockparkanlagen gebaut. Bis spätestens 2025 errichtet die Stadt Erlangen ein Fahrradparkhaus in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof mit direktem Zugang zu den Bahngleisen. Bei Neubauten wird die Richtzahl für Fahrradstellplätze durch eine Änderung der Stellplatz-Satzung verdoppelt.
#4

Bis 2030 soll es ein zusammenhängendes Netz von möglichst kreuzungsfreien Radschnellverbindungen in die umliegenden Kommunen geben. Dabei sollen sichere und allwettertaugliche Talquerungen entstehen sowie die Betriebswege entlang des Kanals aufgewertet werden. Die Stadt Erlangen bemüht sich hierfür um einen Dialog mit den zuständigen Stellen und umliegenden Kommunen. In ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich baut die Stadt Erlangen jährlich 3 km Radschnellverbindungen. Darüber hinaus setzt sich die Stadt Erlangen mit Nachdruck dafür ein, dass die bereits angedachten Radschnellwege nach Nürnberg, Herzogenaurach und Fürth bis 2025 realisiert werden. Bis 2030 werden auch Radschnellwege nach Forchheim, Eckental und Höchstadt a. d. Aisch umgesetzt.

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#5

Die Stadt Erlangen gestaltet pro Jahr mind. 3 Kreuzungen oder Kreisverkehre um, damit der Fuß- und Fahrradverkehr diese sicher, komfortabel und zügig überqueren kann. Folgende Bedingungen sollen dabei erfüllt werden:

  • Der geradeaus fahrende Radverkehr wird vor abbiegenden Kfz geschützt.
  • An Ampelkreuzungen sollen separate Rad-Ampeln mit Zeitvorlauf oder eigener Grünphase für den Radverkehr installiert werden.
  • Radfahrende können Kreuzungen vorzugsweise ohne Zwischenstopp überqueren. Wo dies nicht möglich ist, sind breite Schutzinseln vorzusehen.
  • Radfahrenden wird das freie Rechtsabbiegen ermöglicht.
  • An Kreuzungen von Haupt- und Nebenstraßen werden beim Überqueren der Nebenstraßen Geh- und Radwege jeweils niveaugleich weitergeführt.
  • Wo möglich richtet die Stadt Erlangen grüne Wellen für Fahrräder ein.
#6
Der Schulweg muss durchgängig sicher mit dem Fahrrad zurückzulegen sein. Die Regelung des Verkehrs muss vor allen Dingen an den Kreuzungen auch für Kinder leicht verständlich sein. Im direkten Umfeld der Schulen soll der PKW-Verkehr auf ein Minimum reduziert werden. An allen Schulen müssen ausreichend sichere und wettergeschützte Abstellanlagen zur Verfügung stehen. Des Weiteren führt die Stadt Erlangen regelmäßig Kampagnen durch und unterstützt Aktionen zur Förderung der autofreien Mobilität von Kindern und Jugendlichen unter Einbeziehung der Eltern.
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#7
Die Stadt Erlangen setzt sich die „Vision Zero“ im Straßenverkehr zum Ziel, d.h. alle VerkehrsteilnehmerInnen kommen sicher und unfallfrei an. Dafür nutzt sie alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten, damit das Halten und Parken von Kfz auf Fuß- und Radwegen konsequent unterbunden wird. Darüber hinaus setzt sich die Stadt dafür ein, dass Verstöße wie „Geisterradeln“ und Fahren ohne Licht verstärkt geahndet werden. Sie bemüht sich bei den zuständigen Landesbehörden um die Einrichtung einer ständigen Polizei-Fahrradstaffel. Durch jährliche Aufklärungskampagnen fördert die Stadt gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr.
#8
Zur besseren Vernetzung des Umweltverbundes aus Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV werden innerhalb der nächsten drei Jahre zehn Mobilitätsstationen errichtet. Diese liegen an wichtigen ÖPNV-Knoten und bieten komfortable, überdachte Fahrradstellplätze, eine Carsharing-Station und Leihfahrräder. Ein modernes Fahrradverleih-System wird flächendeckend bis 2022 etabliert. Die Stadt entwickelt sich dadurch zu einer umfassenden Mobilitätsanbieterin.
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#9
Die Stadt Erlangen baut den kostenlosen Lastenradverleih aus und stellt mehr Haushaltsmittel zur Ausweitung und Bekanntmachung dieses Angebots bereit. Es wird eine Flexibilisierung mit durchgängigen Abhol- und Rückgabezeiten in Form von digitalen Schlössern angestrebt. Die Stadt sorgt dafür, dass bis Ende 2020 mindestens 20 und bis Ende 2022 mindestens 50 Lastenräder öffentlich zum Verleih stehen. Es wird ein Förderprogramm für Lastenräder eingerichtet, um eine nachhaltige Transportalternative zum Auto für Privatpersonen und Gewerbe zu fördern.
#10

Die Stadt Erlangen erhöht ihre Investitionen in den Radverkehr auf mindestens 6 Mio. € pro Jahr. Zusätzlich werden mindestens zwei VerkehrsplanerInnen und ein vierköpfiger Bautrupp eingestellt, die ausschließlich für den Radverkehr zuständig sind. Der Bautrupp wird auch im Rahmen des Winterdienstes zur Räumung von Radwegen eingesetzt. Um den Dialog zwischen Stadt und Bevölkerung zu stärken, etabliert die Stadt Erlangen ein barrierefreies, öffentlich abrufbares Melde- und Onlineportal. In diesem werden alle selbst erkannten und von Dritten gemeldeten Mängel am Fuß- und Radwegenetz erfasst und der Bearbeitungsstand der Mängelbeseitigung gezeigt.

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